Weinbergstrasse
Ein neuer Aussenraum für ein altes Schulhaus

Wiederverwendung von Dachstockholz für einen Schuppen

Schulhaus Weinbergstrasse 143,
8006 Zürich

Submissionsverfahren 2009,
Baueingabe Juni 2010,
Realisierung 2011 bis 2012

Das Projekt

Das Schulhaus wurde 1891 erstellt, in den 1960er Jahren aufgestockt und seither nicht umgebaut. Vor unserer Erneuerung war das Haus auf dem Asphalt-Platz mit Pflanzenrabatten umrahmt, von einem schmalen grünen Gürtel aus Bäumen und Sträuchern. Die räumliche Disposition war nicht für Kinder zwischen 4 bis 6 Jahre geeignet. Mit dem neuen Betriebskonzept für das Schulhaus Weinbergstrasse wurde auch eine Erneuerung des Aussenraumes verlangt. Obwohl nicht im Inventar der Denkmalpflege aufgeführt, sollte die bestehende Substanz trotzdem würdig behandelt werden.

Situationsplan
Situationsplan

Das Bauprojekt zum Aussenraum sah vor, die vier Seiten des Schulhauses entsprechend ihrer Exposition und entsprechend den neuen hohen Nutzungsanforderungen zu differenzieren:

  • Im Westen wurde die bestehende Hochhecke mit solitären Haselsträuchern und Schotterrasen ergänzt. Es entsteht ein breiter, robuster Naturraum, in den Spielplätze eingeschoben sind. Ein ondulierender Randabschluss aus vorhandenen Natursteinen der ehemaligen Mauern und Plattenbelägen inszeniert das naturnahe Umfeld. Es werden Spielnischen für Jung und Alt geschaffen. Der offene Platzraum vor dem Schulhaus wird gestaffelt und die bestehenden und neuen Asphalttypen nach einer Fräsung der Oberflächen vereint. Ein neuer Baum vermittelt zum Nordplatz.
  • Im Norden, im Schatten des Hauses, wird der Spielbereich ebenfalls mit Haselsträuchern im Schotterrasen erweitert und die schiefe Asphaltfläche verkleinert.
  • Im Osten an der Weinbergstrasse schafft eine neue, 1.3 m hohe und 3 m breite Hecke unter bestehenden Bäumen den Durchblick, ein neues Bild des Ankommens.
Schulhausanlage in Zürich

Beim Haupteingang zum Schulhaus, bei den bestehenden Brunnen, bietet neu eine schmale, versetzte Öffnung mit Gartentor einen Durchgang. Der zweite bestehende Brunnen wurde zum Sitzplatz hin versetzt. Auch die Steinfigur «Mutter und Kind» aus Sandstein von Eduard Bick, datiert 1947, wurde an einen würdigen Ort versetzt.

Im Süden erweitert ein gepflästerter Sitzplatz den Kinderhort des Schulhauses. Die von der Strasse her hineinführende Hecke trennt den neuen Parkplatz ab und übernimmt die Höhendifferenz im Gelände. Vier neue Zierkirschbäume mit Sitzbänken schaffen hier im flimmernden Schattenlicht einen angenehmen Aufenthaltsort. Ein Ort des Lernens, aber auch der Verpflegung und der Erholung.    

Das Schulhaus 1963
Das Schulhaus 1963

Publikation

«Grüne Murmeln»: So heisst das Lockblatt zu diesem Projekt, welches in unserer Lockblatt-Edition erschienen ist. Hier finden Sie unsere Lockblatt-Seite, und wenn Sie dort noch etwas tiefer graben, werden Sie auf eine kleine, hübsche akustische Überraschung stossen.

Sowieso: Schulhäuser regen zum Nachdenken an. Wie geht es den Kindern heute? Tragen wir Sorge zu dem, was wir ihnen hinterlassen? Und den nachfolgenden sieben Generationen?

Diese Frage gehören zu unserem Alltag. Antworten darauf versuchen wir durch unsere Haltung und Arbeitsweise auszudrücken. Texte dazu finden Sie unter anderem auf der Seite Aussenräume.

Projekt:
Submissionsverfahren 2009, Baueingabe Juni 2010, Realisierung 2011 bis 2012

Auftraggeberin Erneuerung:
Stadt Zürich, Amt für Hochbauten im Auftrag der Immobilien-Bewirtschaftung Stadt Zürich.

Team:
Raymond Vogel Landschaften AG, Leistungsphasen 1-6, Architektur Horisberger Wagen Architekten Zürich mit Bauleiter Osterwalder GmbH.